F. A. Q.

 - unterwegs in New Mexico, USA -

Hier ein Interview, welches ich in meinem Archiv gefunden habe. Damals hatte Andreas Walter von Moobix mich zur anstehenden USA Tour befragt und einen Blog mit aktueller Berichterstattung von mir dazu auf seiner Seite veröffentlicht::

 

Radwandern als Grenzfahrt:

 

Autobahnraststätte Lehrter See. Auch ohne Foto hätte ich Lars Rekemeyer sofort erkannt, als er in das Rasthaus kam. Mit einer Kiste voller Fotos unter dem Arm suchte er in aller Ruhe den Raum ab. Neben ihm tat ein Hund mit dem Aussehen eines Dingos das Gleiche. (allerdings auf der Suche nach etwas Fressbarem.) Vielleicht ist es aber auch nur ein Klischee, dass man glaubt, dass Menschen, die mit dem Fahrrad um Australien fahren, irgendwie anders aussehen und auftreten müssen. Was treibt ihn statt Karriereaufbau und Familienplanung auf monatelange Fahrradtouren? Weihnachten steht vor der Tür und Lars ist mit Vorbereitungen für die nächste Tour beschäftigt. Nein, dieses Mal nicht so eine lange Tour wie letztes Mal. „Nur durch Amerika“, sagte er am Telefon. Das wollte ich dann doch genauer wissen.

 

Nach Touren wie Australien und Neusseland fährst du nun durch die USA. Warum?

Lars Rekemeyer: Nun, ich denke, dass das sonnige Kalifornien eine ernstzunehmende Alternative zum verregneten Deutschland ist. In Los Angeles sind gerade 15 Grad und die Sonne ist für mich der grösste Luxus, gleichzeitig Lebenselexier.

 

Du bist 3 Monate unterwegs. Ist das nicht schwierig mit Beruf, Karriere und Familie?

Lars Rekemeyer: Für mich ist es extrem wichtig, ab und zu dem Alltag zu entfliehen, den Kopf beim Radeln frei zu bekommen und eine neue Perspektive einzunehmen. Manche Menschen warten mit der Realisierung ihrer Träume, bis sie in Rente sind, aber wer weiss, was bis dahin ist und wie sich die Interessen gewandelt haben? Ich versuche das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist. Vielleicht sammle ich später lieber Briefmarken, als mit Tretantreib durch die Wüste zu fahren.

 

Wie ging es Dir nach der Australien- Tour?

Lars Rekemeyer: Der Zeitraum von 11 Monaten on the road war lange genug, um das Reisen mit dem Fahrrad zu meinem Lifestyle werden zu lassen. Das war zunächst nicht so einfach, als ich wieder zurück in Deutschland war und erstmal so gar nicht ins System passte. Aus diesem Grund soll die anstehende Tour nicht länger als 3 Monate werden.

 

Ist die Vorbereitung für die USA- Tour nun grösser als für Australien?

Lars Rekemeyer: Damals habe ich nicht allzu viel Zeit investiert in die Auswahl des Equipments. Es hat zwar alles gut geklappt, trotzdem lernt man bei jeder Tour etwas dazu, wird kritischer und stimmt das Material besser auf die eigenen Bedürfnisse ab. Bei Fragen zur Haltbarkeit und Funktionalität schaue ich jetzt wesentlich genauer hin.

 

Die klassische Frage: Warum tust du das?

Lars Rekemeyer: Neben der Frage des Anzahl der platten Reifen hört man das tatsächlich desöfteren! Die Frage habe ich mir selber auch oft gestellt und herausgefunden, dass die Gründe sehr vielschichtig sind, aber wenn ich es komprimieren sollte, dann würde ich sagen: Das Unterwegssein mit dem Rad macht mich einfach happy! Die Reisegeschwindigkeit ist ideal, um fremde Kulturen und Menschen kennenzulernen, es ist gesundheitsfördernd, umweltschonend und am Ende des Tages fühle ich eine grosse Zufriedenheit – und Schwere in den Beinen (lacht). Ein grosser Motivationsfaktor speziell für Down Under war für mich, die Stille des Outbacks zu erfahren. In Deutschland ist man ja fast permanent von irgendwelchen Geräuschen umgeben, insofern war es sowohl ungewohnt als auch absolut phantastisch, den eigenen Herzschlag hören zu können!

 

Worauf freust Du Dich am meisten bei der anstehenden USA Tour?

Lars Rekemeyer: Wenn ich im Flughafen von San Francisco mein Bike zusammengeschraubt habe, durch die Tür ins Freie gehe und die kalifornische Sonne auf der Haut spüre.

 

Lars beginnt seine Tour am 1.Januar auf der Golden Gate Bridge und wird hier bei Moobix regelmässig über seine Tour berichten.

 

Andreas Walter, Moobix.